Da es zu Silvester bereits sehr spät und wir sowohl erschöpft als auch völlig durchgefroren waren, konnten wir nicht die Gelegenheit nutzen, den ersten Sonnenaufgang des neuen Jahres auf dem Takao-san zu begrüßen. Dies wollten wir nun endlich nachholen, weshalb wir uns zu ebendiesem Berg aufmachten.
Direkt bei unserer Ankunft wehte uns eine frische Bergluft entgegen, welche eine willkommene Abwechslung zum Dunst der Großstadt darstellte.
Ob es am Kanji des Berges lag (高尾山) oder einfach den generell zuhauf überhöhten Preisen: 900¥ für Hin- und Zurückfahrt bzw. 477¥ für eine Einzelfahrt erschien uns dann doch ein wenig überzogen, lies teuer (高い). Also entschlossen wir uns, den Berg auf traditionelle Art und Weise zu erklimmen: zu Fuß.
Dies sollte sich bereits nach kurzer Zeit schon als mittelgroßes Abenteuer herausstellen, da die von uns gewählte Route sprichwörtlich über Stock und Stein führte. Die alteingesessene Waldvegetation schlug überall ihre mächtigen Wurzeln, was teilweise interessante Formationen zutage brachte. Über raue Felsen zu wandern mutet da nicht minder herausfordernd an.
Die wenigen Wege zwischen den Hindernissen gaben oft auch keinen Grund zur Entspannung, da sie von Erdrutschen und dem feuchten Klima bereits deutlich gezeichnet waren.
Und während ich zu einer von uns undefinierbaren Sektion auf der Karte scherzhaft anmerkte, dass man da wohl von Stein zu Stein hüpfen müsse, wünschte ich mir an Ort und Stelle, dass ich mich irrte. Denn umgeben von zwei kleinen Bächen mussten wir genau das tun. Das angenehm sanfte Rauschen des Wassers war jedoch eine angemessene Entschädigung für die Mühen.
Nach diesem Hindernis folgte jedoch plötzlich ein von Menschenhand befestigter Weg. Hohn oder Lohn? Das vermochte keiner von uns zu sagen. Am Ende dieses kurzen Laufes konnten wir bereits in der Ferne den unebenen Teppich ausmachen, welcher die Stadt Tokyo darstellte.
Wir drehten uns um und sahen uns einer neuen Herausforderung gegenüber gestellt: Stufen. Viele davon. Sehr viele. Und in nicht gerade angenehmer Schritthöhe. Diese letzte Sektion forderte die meiste Kraft von uns, obgleich sie eigentlich Menschen den Aufstieg erleichtern sollte.
Doch was wir nach diesem letzten Kraftakt auf dem Gipfel zu sehen bekommen sollten, war jegliche Mühe wert. Ein wahrhaftig malerisches Bild bot sich uns dar. Hochgezogene Gebirgsrücken mit scharfen Konturen verliefen nach unten im Nichts; ein Bild wie man es nur von Gemälden kennt. Im Hintergrund thronte der Fuji-san in all seiner Mächtigkeit. Umrahmt wurde dieses Bild schließlich noch von Pflaumenbäumen, welche von der gerade im Sinken inbegriffenen Sonne in goldgelbes Licht getaucht wurden.
Wir genossen diese Atmosphäre ausgiebig, mussten uns jedoch schon bald auf den Heimweg machen, da wir nicht wussten, wann die letzte Seilbahn ins Tal zurück fahren sollte.
Auf dem Weg dorthin mussten wir uns an einer Weggabelung zwischen dem Weg für Frauen und den für Männer entscheiden. Wir entschieden uns für ersteres und ein Blick zurück nach der Wiederzusammenführung bestätigte unsere Entscheidungen: wieder Treppen.
An der Bergstation der Seilbahn angekommen standen wir ungläubig verschlossenen Toren gegenüber. Die letzte Fahrt war natürlich schon vorüber gewesen. Somit blieb uns keine andere Wahl, als den Heimweg wiederum zu Fuß anzutreten, jedoch dieses Mal über eine andere Route.
Diese war deutlich besser zu laufen, da offenbar wirklich für Mensch und Auto gebaut, jedoch war auch diese nicht ohne Manko: eine Beleuchtung war fast überall vorhanden, nur eingeschaltet war sie nicht. Unter diesen Bedingungen gestaltete sich der Abstieg nicht weniger anstrengend als der Aufstieg.
Nichtsdestotrotz bewältigten wir auch diese Hürde und fanden schließlich wohlbehalten den Heimweg.
Alle Bilder dazu finden sich hier:
Bei der Kombination „Japan“, „Media“ und „Arts“ kann ich nur schwerlich widerstehen und so verwundert es wenig, dass ich der
Zu meinem Bedauern kamen die beiden letzten Kategorien kürzer als von mir erhofft, jedoch gab es nichtsdestotrotz einige interessante Beiträge zu sehen. So fand ich unter der Rubrik „Art“ mit großem Erstaunen den Beitrag „
Abseits davon fand ich einen dritten Beitrag aus Japan bemerkenswert: Lights von
Die Rubrik „Animation“ konnte mit einigen recht anschauenswerten Beiträge aufwarten. So zum Beispiel mit einer umfangreichen Liste von Anime-Trailern, wobei zumindest für mich leider nichts Neues dabei war. Nichtsdestotrotz zauberte das Wiedersehen mit den Charakteren von
Ein sehr interessantes Reiseziel in Tokyo sind die
Vollends gesättigt begaben wir uns dann wieder nach draußen und damit in Richtung des TV-Asahi-Studios. Dem kleinen japanischen Garten neben dem Studio konnten wir angesichts des äußerst starken und kalten Windes nur kurz einen Blick widmen. Im Inneren gab es Informationen und Merchandising rund um das Programm des Fernsehsenders zu sehen, darunter z. B.
Hiernach und einem kurzen Rundgang rund um den Mori-Tower begaben wir uns in den Einkaufsbereich am Fuße dessen. Das Wetter war zu diesem Zeitpunkt beim besten Willen nicht spaziergängerfreundlich. Viele teure Geschäfte mit allen möglichen Dingen die der Mensch braucht oder nicht konnten wir hier vorfinden. Allerdings waren hier auch einige Dinge dabei, die man sich schon gerne leisten würde, wie ansprechende Möbel oder andersartige Innenausstattung.
Nachdem wir uns umgeschaut hatten, begaben wir uns über das Museum-Corn in das Innere des Mori-Towers, von wo aus uns ein Aufzug in die Höhe beförderte. Sehr freundlich: trotz eines ausländischen Studentenausweises konnte ich eine Eintrittskarte zum Studentenpreis bekommen. Oben angekommen erwartete uns eine wahrhaft großartige Aussicht. Nahezu zu 360° konnten wir die Stadt Tokyo von oben betrachten. Wie bereits seinerzeit im Government Twin Tower in Shinjuku konnte man nun die Enge und unglaubliche Menge an Häusern und Straßen sehen. Und im Westen in weiter Ferne thront Fuji-san und wacht über die Stadt. Bedauerlich nur, dass dass Sky-Deck auf dem Dach des Gebäudes zu diesem Zeitpunkt aufgrund zu starkem Wind geschlossen war.
Je dunkler es wurde, umso schöner wurde dieser Anblick. Zuerst aufgrund des rötlichen Schimers des Abendhimmels über dem Fuji-san, später durch das schier endlose Lichtermeer der Stadtlichter. Immer wieder ein sehenswertes Bild.